Wie man ein gutes Produkt vermurkst – Erfahrung mit der Microsoft Maus 3500

Ja, über Microsoft schimpfen viele – so viele, dass mir die Mannen von Bill Gates manchmal fast leid tun. Bis sie dann wieder mal so einen Müll produzieren, wie die „Wireless Mobile Maus 3500“.

Vorweg: Die Maus ist nicht für PC-Spieler gedacht, sondern für Laptops. Tatsächlich ist nämlich die von Microsoft favorisierte blaue LED-Technologie in der Abtastung besser als viele billige Lasermäuse! Und gerade unterwegs mit dem Laptop und auch bei mir am Schreibtisch beim PC-Basteln hat man nicht immer ideale Untergründe und ist froh, wenn die Maus nicht dauernd ‚rumzickt – das kann nämlich auch Abseits eines PC-Spiels ganz schön nerven!

Als es im Rahmen meiner letzten Reichelt-Bestellung über diese kleine Maus für 16,45 € stolperte, landete sich kurzentschlossen in meinem Warenkorb. 2 Tage später hielt ich das süße Ding in der Hand. Kompakt, schnörkellos und keine Tastenorgien, nur Rechts, Links und das Mausrad.

image

Auf der Unterseite zeigt sich die durchdachte Konstruktion: Ein Ein- und Ausschalter, der nicht zufällig verstellbar ist, aber doch auch gut mit Fingernägeln und nicht nur mit dem Uhrmacherschraubenzieher bedient werden können (wie z.B. bei meine General-Keys-Maus). Der USB-Adapter lässt sich auf Knopfdruck auswerfen und ist sonst bündig im Gehäuse der Maus versenkt (anders als bei Logilink, wo das Ding übersteht und beim Transport auch mal herausrutscht).

imageimage

Der Adapter hat im USB-Port eingesteckt gerade soviel Friktion wie nötig und ist so geformt, dass man ihn gut entnehmen kann (bei anderen Herstellern ist man geneigt, dafür eine Flachspitzzange einzusetzen). Auch der Sensor erfüllt alle Erwartungen: Jedes Mauspad ist genauso willkommen wie die Schreibtischplatte, Ledersofa, Jeansstoff (wenn der Schreibtisch beim Basteln mal wieder überfüllt ist ) oder die für andere Mäuse kritische halbtransparenten Schreibtischunterlage. Das er auf Glas ein wenig unsicher ist, sei ihm verziehen. Ein wirkliches gutes Stück Ingenieursarbeit! Dachte ich.

Aber : Microsoft hat eine Geheimwaffe, mit der man die tollste Idee sabotieren kann. Was für Apple Quelle des Erfolges ist, ist bei Microsoft Quell ewiger Ärgernis: Die Software! Nur: Wozu braucht man bei einer Maus mit 3 Tasten inkl. Mausrad bitte Software? Das weiß Microsoft allein! Bisher jedenfalls musste ich für Mäuse nie Treiber installieren, es sei denn ich wollte die Extratasten nutzen, und selbst da belegen die aktuellen Windows-Versionen die Tasten von selbst mit sinnvollen Funktionen, wie vor und zurück etc.

Doch es geht auch anders! Als ich nämlich das Mausrad benutzen wollte, musste ich feststellen, dass es nur in wenigen Programmen, wie im Windows Explorer, überhaupt funktioniert. Aber auch da nur zur Hälfte. Nämlich nach unten. Auch wenn man nach oben dreht. Natürlich dachte ich zuerst an einen Hardwaredefekt und schickte die Maus zurück.

Man ahnt es schon: Das Ersatzgerät zeigte dieselben Symptome! Im Handbuch Faltblatt stand, dass man für die Zoom-Funktion den Treiber installieren muss. Brauche ich die Zoom-Funktion? Nein! Brauche ich ein Mausrad: Ja! Ich hatte schon alles für den Rückversand bereit, als ich auf die Idee kam, doch noch (wenigstens pro forma) den Treiber zu installieren. Eine CD lag nicht bei, aber Downloads sind mir heute eh lieber

image

Oha! Der Treiber hat schlappe 21 MByte. Wohlgemerkt nur der für Windows 7 64 Bit. Das mag heute nicht viel erscheinen – aber man bedenke: Windows 95 hatte insgesamt gute 30 MByte! Und wir reden hier nur von einem Treiber für einen Maus! Die Installation dauerte selbst auf meiner SSD über eine Minute! Und siehe da – das Wunder: Das Mausrad geht! Schwacher Trost. Gerade zum PC-Basteln hätte ich schon gern eine Rad-Maus, die ohne Treiber läuft. So wie alle anderen Mäuse auf der Welt auch! Microsoft halt…

Dieser Beitrag wurde unter PC-Hardware veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.