Meine eigene kleine Dropbox

Wer mit vielen PCs und mobilen Geräten arbeitet, oder Daten mit anderen teilt, kommt um den oft so kritisierten Cloud-Speicher nicht mehr herum.


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Die Dropbox liegt m.E. in Anwenderfreundlichkeit und Geschwindigkeit klar vor allen Konkurrenten wie MS Skydrive One Drive, Google Drive etc. Was sie mit diesen jedoch gemeinsam hat sind: Die Datenspeicherung außerhalb von Deutschland, unbeschränkter Zugriff auf die Daten durch den Serviceprovider, und völlige Unklarheit welchen Zugriff US-Behörden offiziell oder im Geheimen auf diese Daten nehmen.

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Eine Möglichkeit eine eigene kleine Cloud zu betreiben, ist Bittorrent Sync. Entstanden aus dem bekannte Filesharing-Protokoll ist die Hauptfunktionalität von Bittorrent Sync nur die Synchronisation eines oder mehrerer Ordern auf verschiedenen PCs über das Internet. Über ein Webinterface o.ä. lassen sich die Daten damit also nicht abrufen.

Der Vorteil, dass diese Daten nicht auf Servern im Internet, sondern nur auf den beteiligten Geräten gespeichert werden, hat natürlich den Nachteil, dass die Synchronisation nur dann zuverlässig läuft, wenn mindestens eine Gerät immer läuft. Dafür einen PC zu verwenden, wäre eine ziemliche Energieverschwendung.

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Hier kommt der Raspberry Pi ins Spiel. Bei einem Stromverbrauch von weniger als 5 W kann man diese kleine Kiste schon dauernd laufen lassen. Und die geringe Rechenleistung reicht für Bittorrent Sync absolut aus – im Gegensatz zum bekannteren Owncloud, dass den 700 MHz ARM-Prozessor (nach vielen Erfahrungsberichten im Internet) schon etwas überfordert.

Richtig gut läuft Bittorrent Sync über das Internet aber nur, wenn der Internet-Anschluss am Rasperry Pi einen vernünftigen Upload hat. Mit meinem Kabelanschluss komme ich auf mit BT-Sync auf 600 KByte/s Upload, das reicht in den meisten Fällen aus, um “normale Dateien”, mit denen man arbeitet synchron zu halten. Im LAN steigert sich das auf einige MByte/s.

Zusammenfassung Vor- und Nachteile Bittorent Sync

Pro

  • Datenspeicherung “zu Hause”, nicht auf fremden Rechnern
  • Verschlüsselte Übertragung
  • Geringe Kosten, geringer Energieverbrauch
  • Speicherplatz nur von der eingesetzten SD-Karte begrenzt
  • Verschiedene Ordner synchronisierbar
  • Voller oder (zeitlich/nur-lesen) eingeschränkter Zugriff für Dritte möglich (per Schlüsselaustausch)

Contra

  • Synchronisierung startet mit Verzögerung
  • Geschwindigkeit geringer als bei Dropbox
  • Kein Webinterface für die Daten

Installation

Die einfachste Anleitung habe ich auf auf rasptorial gefunden, eine sehr ähnliche bei mellgrubb.  Mit dieser Anleitung wird aktuell sogar die V2.0 installiert. Das ging so:

sudo nano /etc/apt/sources.list.d/btsync.list

Hier habe ich folgende beiden Zeilen eingegeben und mit Strg-X, Y, Enter gespeichert:

deb http://debian.yeasoft.net/btsync wheezy main contrib non-free
deb-src http://debian.yeasoft.net/btsync wheezy main contrib non-free

Dann folgende Zeilen eingeben:

sudo gpg --keyserver pgp.mit.edu --recv-keys 6BF18B15
sudo gpg --armor --export 6BF18B15 | sudo apt-key add -
sudo apt-get update
sudo apt-get install btsync

In dem folgenden textbasierten Einstellungsdialog habe ich alle Defaults belassen. Den Rest habe ich über die GUI eingestellt, ein Browserlink unter „Internet“ hierzu wird bereits bei Installation angelegt

Sonstiges

Nervig war lediglich, dass ich wohl wegen der etwas hakeligen Tastatur für den Standardbenutzer der GUI ein falsches Passwort angegeben hatte und so nicht in die GUI  kam. Hier brachte 30min googeln keine funktionierende Ergebnisse, so dass ich am Ende der RP neu aufsetzen musste.

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Ein Kommentar zu Meine eigene kleine Dropbox

  1. Fabi sagt:

    Hast du es jetzt zum laufen gebraucht? 😀

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